Steilwandbewohner
Lebensraum Steinbruch
Der Uhu (1) benötigt einen Brutplatz, an dem er ungestört seine Jungen großziehen kann, und ein etwa 40 Quadratkilometer großes Jagdrevier. Uhus jagen ihre Beute in einer offenen, reich gegliederten Landschaft. Agrarsteppen und ausgedehnte, geschlossene Waldgebiete hingegen meiden sie.
Der ideale Lebensraum ist ein buntes Mosaik kleiner Flächen mit unterschiedlichen Feldfrüchten und Grünland durchzogen mit Heckenzügen und Feldgehölzen. Neben natürlichen Felsen sind Steinbrüche wertvolle Lebensräume, in denen sich der seltene Uhu zu Hause fühlt. So leben in Deutschland die meisten Uhus inzwischen in Steinbrüchen.
Uhus bauen keine eigenen Nester, sondern scharren Brutmulden an geeigneten Stellen, wie an unzugänglichen und daher sicheren Felsvorsprüngen in Nischen, Höhlen und auf Gesteinspodesten.
Balzzeit der Uhus ist von Mitte Januar bis Ende März. Im April beginnt die vierwöchige Brutzeit. Danach folgt von Mai bis Juli die Aufzucht der Jungen. Zwischen August und September löst sich der Familienverband auf.
Das Wichtigste für das Überleben der Uhus ist die Vermeidung von Störungen während der Brutzeit, z.B. durch diverse Freizeitaktivitäten des Menschen. Der normale Abbaubetrieb im Steinbruch, an den sich die Uhus gewöhnt haben, stellt in der Regel keine Störung dar.
Bitte verhalten Sie sich gerade in Brut- und Aufzuchtzeit am Rand des Steinbruchs ruhig und suchen Sie hier oben an der Steilwand nicht nach einem brütenden Uhu. Das Betreten des Steinbruchs ist Unbefugten laut Betreiber verboten.
Zimmer mit Aussicht
Auch andere Tiere nutzen die in der Natur immer seltener vorkommenden Steilwände als Lebensraum. Einige Wildbienenarten nisten in den senkrechten Wänden von Abbruchkanten, Uferhängen, Lehmmauern oder Sandwänden. Das kann auch eine besonnte Stelle an einer Abbruchkante eines Steinbruchs sein. In den Hohlräumen, kleinen Spalten oder in verlassenen Nestern solcher Kanten nisten oft hohlraumbewohnende Wildbienen, z.B. die Gehörnte Mauerbiene (2) (lat. Osmia cornuta). Hohlräume in solchen Kanten sind auch beliebte Schlafquartiere von Wildbienen.