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Blütenweg Götzingen

Lebensraum Waldrand

WaldsaumWaldränder sind sehr wichtige Grenzbiotope zwischen Wald und offenem Land (i.d.R. offene Kultur-, selten Naturlandschaft). Daher sind Waldränder wichtige Elemente der Biotop­vernetzung.

Krautsaum-PflanzenEin idealer Waldrand ist ungleichaltrig, stufig und unregelmäßig verlaufend (Buchten) aufgebaut und mit unterschiedlichen Pflanzenarten ausgestattet. Er setzt sich aus einem Krautsaum (1) (Schlüsselblume, Seidelbast, Veilchen im Frühjahr , bis Skabiosen, Disteln im Sommer/Herbst), einem Strauchgürtel (u.a. Brombeere, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Schlehe) und einem Waldmantel (niederwüchsige Lichtbaumarten mit belaubter Krone bis weit nach unten: Vogelkirsche, Elsbeere, Vogelbeere, Holunder) zusammen.

Auf engstem Raum ergeben sich je nach Ausrichtung unterschiedliche Mikroklimate (Licht-, Wärme-, Wind- und Feuchtigkeitsverhältnisse) und somit verschiedenste ökologische Nischen für viele Tiere. Dabei ist oft die Artenzahl größer als in den angrenzenden Lebens­räumen.

Er gibt dem Wald Schutz vor Sonne und Wind (Austrocknung, Erosion, Sonnenbrand an Stämmen & Windbruchgefahr).

Solch ein Waldrand ist ein dynamischer Lebens­raum mit natürlicher Sukzession. Ohne Pflegemaßnahmen (nur abschnittsweise in Mehrjahresabschnitten) würde er in die angrenzenden Gebiete hineinwachsen. Auch fördern eine extensive Nutzung des Krautsaumes (gut belichtet, sonnendurchwärmt) und die Erhaltung von Kleinstrukturen (Steinhaufen, Totholz, Tümpel) die Insekten-, Vogel- und Wildtiervielfalt.

SpechteDer Bewuchs von Waldrändern wird als Schutz- und Rückzugsraum, Nistplatz für Vögel sowie als Nahrungslieferant und Überwinterungsmöglichkeit vieler Tiere genutzt.

Genutzt werden Waldränder von Greifvögeln wie Rotmilan, Mäusebussard, Sperber und Turmfalke, von Spechten (2)
und Singvögeln (3) sowie von vielen Kleinsäugern.

Nach Süden orientierte Waldränder sind aufgrund der Wärme besonders attraktive Lebens­räume für Insekten. Besonders nützlich sind die Waldameisen (4), da sie Schädlinge und Aas vertilgen und Samen verbreiten. Sie stehen unter Naturschutz. Auch unsere großen einheimischen Edelfalter (5) (kleiner Eisvogel , Feuerroter Perlmutterfalter, C-Falter) sind typische Waldrandbewohner. Die Raupen von Kaisermantel und Perlmutterfalter wachsen an Veilchen auf, deren Samen u.a. von Ameisen verbreitet werden.

Singvögel Ameise und Schmetterling