Dolinen im Bauländer Karst
Die Gesteinsschichten hier in Götzingen sind dem Muschelkalk (1) zuzuordnen. Unter dem Begriff Muschelkalk werden Gesteinsschichten zusammengefasst, die durch Ablagerungen (z.B. Muschelschalen) eines Meeres vor 243 bis 235 Millionen Jahren entstanden sind.
Kohlenstoffdioxid aus der Luft und dem Boden bildet zusammen mit Regenwasser Kohlensäure. Diese löst den Kalkstein langsam auf und es entstehen winzige Risse (chemische Verwitterung). Mit der Zeit bilden sich Spalten, Klüfte und Hohlräume.
Das Bauland ist eine Karstlandschaft. Der Begriff „Karst“ wird als Fachausdruck für alle Landschaften verwendet, die sich durch unterirdische Entwässerung (Höhlenbildung) und ein oberirdisches Erscheinungsbild mit Dolinen auszeichnen.
Die Höhle in unserem Nachbardorf Eberstadt (www.tropfsteinhoehle.eu) ist das beste Beispiel für die Höhlenbildung in unserer Region.
Dolinen sind schüssel- oder trichterförmige Vertiefungen von meist rundem oder elliptischem Grundriss. Sie entstehen, wenn unterirdische Hohlräume einstürzen (Einsturzdoline) oder das Gestein durch Lösung so instabil geworden ist, dass die Gesteine samt Erdboden darüber einbrechen (Lösungsdoline). Dies wird auf Ackerflächen vor allem im späten Winter und zu Beginn des Frühjahrs bei Schneeschmelze und starken Regenfällen sichtbar.
Hier im Hemberg befinden sich einige Einsturzdolinen (2) von unterschiedlicher Form und Größe. Der Bereich um die größte Doline ist eingezäunt. Der Bereich ist ein flächenhaftes Naturdenkmal. Bitte bleiben Sie auf dem Weg.
Je nach Jahreszeit und Niederschlag ist das große Dolinenfeld mehr oder weniger mit Wasser gefüllt oder ganz trocken.