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Blütenweg Götzingen

Greifvögel

Die heimischen Greifvögel (lat. Accipitriformes) sind an der Spitze der Nahrungskette. Sie agieren als „Gesundheitspolizisten“, indem sie bevorzugt kranke Kleinsäuger fangen und als Aasfresser tote Tiere beseitigen. Alle Greifv­ögel sind streng geschützt, d.h. dass sie weder verletzt, gefangen oder getötet werden dürfen.

Das Nahrungsangebot der Greifvögel ist hier sehr gut, weshalb man oft Mäusebussard, Turmfalke oder Rotmilan beobachten kann. Viele Feldmäuse graben ihre Gänge in die Blühwiesen. Greifvögel sorgen dafür, dass die Mäusepopulation nicht überhandnimmt. Daher sind in den Blühflächen Ansitzstangen für Greifvögel aufgestellt.

Greifvögel nisten gerne auf Bäumen oder Felsen, manche errichten ihr Nest (Horst) im Röhricht oder auf dem Boden. Einige Arten, z. B. der Turmfalke, übernehmen leerstehende Nester anderer Vögel oder benutzen schon vorhandene feste Unterlagen.
Die Gelege bestehen aus mehreren Eiern. Einige Arten ziehen aber nur ein Junges groß. Die geschlüpften Jungen sind Nesthocker und werden von den Eltern versorgt. Sie lernen die Jagd erst, wenn sie flügge geworden sind. Dabei fangen sie mit leicht zu fangender Beute an. Die Weibchen vieler Greifvögel werden größer und schwerer als die Männchen.

Merkmale der Greifvögel:

  • sehr gutes Sehvermögen
  • nach unten gebogener
  • Hakenschnabel
  • kräftige Beine
  • scharfe Krallen

RotmilanRotmilan

Der Rotmilan (lat. Milvus milvus) (1), auch Roter Milan, Gabelweihe oder Königsweihe genannt, verdankt seinen Namen dem rostroten Gefieder (Spannweite 150 - 180 cm, Länge 60 - 73 cm). Durch den stark gegabelten Schwanz ist er deutlich in der Luft zu erkennen. Er ist der größte hier lebende Greifvogel. Er kommt überwiegend in Mittel-, West- und Südwesteuropa vor. In Baden-Württemberg hat er einen Verbreitungsschwerpunkt, unser Bundesland trägt somit eine besondere Verantwortung für diese Vogelart. Der Rotmilan braucht eine abwechslungsreiche offene Kulturlandschaft, wo er im Suchflug auf frisch bearbeiteten Feldern nach Kleinsäugern wie Wühlmäusen Ausschau hält. Auch andere Vögel oder Aas dienen als Nahrungsquelle.

MäusebussardMäusebussard

Der Mäusebussard (lat. Buteo buteo) (2) ist einer unserer größten Greifvögel (Flügelspannweite 113 - 128 cm, Länge 51 - 57 cm). Im Flug erkennt man ihn an den breiten Flügeln und dem kurzen Schwanz. Das Obergefieder kann braun, fast weiß oder gräulich sein. Seine Bauchseite ist immer hell. Er ernährt sich vor allem von Mäusen, aber auch von Regenwürmern, Insekten, kleineren Vögeln und Aas. Zur Jagd sitzt er auf Bäumen oder Weidepfosten und wartet geduldig, bis er Beute erspäht, oder kreist über Wiesen und Äckern. Die Beute versucht er im Sturzflug zu fangen.

TurmfalkeTurmfalke

Die Turmfalken (lat. Falco tinnunculus) (3) sind kleine Greifvögel (Flügelspannweite ca. 75 cm, Körperlänge bis 37 cm). Im Flug sind sie an ihren langen spitzen Flügeln zu erkennen.

Charakteristisch ist der „Rüttelflug“, bei dem die Vögel auf der Stelle „rüttelnd“ über dem Boden schweben und nach Beute Ausschau halten. Als Nahrung dienen fast ausschließlich Kleinnager wie Wühlmäuse. In Mitteleuropa bleiben sie meist ganzjährig in einem Gebiet.