Streuobstwiesen
Streuobstwiesen zeichnen sich im Vergleich zu Intensiv-Obstanbauflächen durch eine verstreute Anordnung und gemischte Zusammensetzung der Obstbäume aus, die hier einen größeren Abstand, einen unterschiedlichen Altersaufbau und eine andere Wuchsform haben (1).
Je nach regionalem Unterschied im Klima und Boden ergeben sich im Zusammenspiel mit Sonne und Schatten unterschiedliche Mikroklimate und unterschiedlicher krautiger Unterwuchs, d.h. reich strukturierte Lebensräume mit hoher Artenvielfalt.
Die Streuobstwiese ist ein bedrohter Landschaftstyp und Teil der Kulturlandschaft. Sie ist auf die Pflege durch den Menschen angewiesen, sonst verbuscht sie. Die extensive, traditionelle Bewirtschaftung, Staffelmahd ohne Mulchung, kurzzeitige Beweidung (Regeneration des Bewuchses), geringe bis keine Düngung (fördert Blütenvielfalt) ermöglicht den Erhalt dieses Lebensraumes.
Streuobstwiesen sind mit die artenreichsten Lebensräume Europas. Über 5.000 Arten an Pflanzen und Tieren sind erfasst worden. Allein in Baden-Württemberg führte jahrelange, individuelle Bepflanzung zu ca. 700 Obstsorten. Diese genetische Vielfalt ist als Reservoir von besonderer Bedeutung für die Entwicklung neuer Lebensformen bei Veränderungen der Umwelt (z.B. Klimakrise, Resistenzentstehung gegen Schädlinge).
Baumbestand
Apfel, Birne, Quitte, Kirsche, Zwetschge, Walnuss, selten Holzapfel und Elsbeere.
Neben jungen sind auch alte Bäume vorhanden mit Rindenspalten, Baumhöhlen und Totholz. Neben Blüten, Blatt und Obst als Nahrung bieten die Bäume Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Tiere.
Krautschicht
Herbstzeitlose, Klappertopf, Margerite, Schlüsselblume, Skabiose, Wiesensalbei, Wilde Möhre.
Sie bietet Nahrung (Pollen, Nektar, Blätter, Samen) für Insekten und direkt bzw. indirekt Nahrung für Vögel und andere Kleintiere.

Tiere
Spinnen (2), Insekten (3), Reptilien (4), Amphibien, Kleinsäuger und Vögel (Gartenbaumläufer, Grasmücken, Grünspecht, Meisen, Steinkauz, Stieglitz, Wendehals, Wiedehopf, Würger)(5).

