Handwerk & Landwirtschaft - früher im Dorf
Der Odenwald und das Bauland waren schon immer Orte, an denen Menschen eng mit der Natur verbunden waren. Wälder, Felder und Wiesen boten Nahrung, Holz und Rohstoffe – und damit Arbeit für viele Berufe.
Handwerk im Dorf
Dorfleben ohne Handwerker war früher nicht vorstellbar. Viele Berufe hatten direkt mit dem Wald zu tun:
Holzfäller: Sie fällten Bäume mit Äxten und Sägen. Das Holz wurde zum Bauen, für Handwerksarbeiten und zum Heizen gebraucht.
Zimmerleute: Sie bauten aus den Stämmen Häuser, Scheunen und Brücken. Ihre Arbeit war wichtig, damit die Gebäude stabil standen.
Schreiner: Aus Brettern und Balken machten sie Möbel, Türen und Fenster – jedes Stück war Handarbeit. In Eberstadt gibt es heute noch eine Schreinerei im Möbelhaus Gramlich.
Schmiede: In der Schmiede glühte das Feuer in der Esse und der Amboss klang. Hier wurden Pflüge, Sensen, Hufeisen und Werkzeuge hergestellt und repariert.
Drechsler & Korbmacher: Sie fertigten Teller, Schüsseln, Spinnräder oder Körbe.
Köhler: Sie stellten Holzkohle her, die u.a. zum Schmieden gebraucht wurde. Dafür bauten sie Meiler auf und ließen Holz darin tagelang glimmen.
Zapfenpflücker: Im Odenwald gab es Zapfenpflücker, die in den Wäldern in luftige Höhen kletterten, um Fichten- oder Kiefernzapfen zu ernten. Aus den Samen zogen sie junge Bäume. Das war ein gefährlicher Beruf, denn die Pflücker arbeiteten oft ohne Sicherung in den Baumwipfeln.
Landwirtschaft rund um Eberstadt
Auch die Landwirtschaft spielte im Bauland eine große Rolle:
Bauern: Sie bestellen noch heute die Felder mit Getreide, Kartoffeln, Rüben und Gemüse. Auf den Weiden grasten Kühe, Schafe und Ziegen. Sie lieferten Milch, Wolle, Fleisch und Leder. Im Farrenstall wurden früher Zuchtbullen für das gesamte Dorf gehalten. Heute finden im renovierten Farrenstall Veranstaltungen statt, außerdem ist er Trauzimmer.
Müller: In den Mühlen wurde Korn gemahlen, damit daraus Brot gebacken werden konnte. Auch in Eberstadt gab es eine Mühle.
Imker: Bienen sorgen nicht nur für Honig, sondern auch für die Bestäubung der Obstbäume.
Hirten: Sie trieben die Schafe auf die Gemeinschaftsweiden und passten darauf auf, dass keines verloren ging.
Zusammenarbeit im Dorf
Handwerk und Landwirtschaft waren eng miteinander verbunden. Der Bauer brauchte den Schmied, um Pflüge und Hufeisen herzustellen. Der Schmied brauchte Holzkohle vom Köhler. Der Zimmermann baut Ställe für die Tiere, der Schreiner fertigt Truhen und Wagenräder. Jeder half dem anderen – so konnte das Dorf als Gemeinschaft überleben.